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MÄRKISCHE ALLGEMEINE (Potsdam), 8.10.2009:
Ausstellung »Schaufenster des Ostens«
Wolfgang Wick zupft am Hemdkragen. »Vom Flohmarkt«, raunt er, deutet auf die langen Spitzen und grinst. Hauptsache original DDR, so wie der blaue Anzug, den der Königs Wusterhausener trägt. Ein Etikett auf der Innenseite der Jacke verrät: Der einst modische Zweiteiler ist ein »Präsent 20«, angefertigt 1969, als die DDR ihren 20. Geburtstag feierte. Gestern wäre sie 60 geworden. Der Berlin-Brandenburger 'Verein zur Dokumentation der DDR-Alltagskultur' wird ein Viertel so alt.
 
SUPER-ILLU (Berlin), Nr. 18/2003, S. 24:
DDR-Nachttopf von 1951 gefällig?
Hilges Ostprodukte - Witzige Sammlung unterm Dach
Ostalgie oder Sammelwut? Auf Hans Günter Hilge (55) aus Dippoldiswalde trifft beides zu. »Ich sammle aus Leidenschaft. 1.726 Bieretiketten, 732 Zigarettenschachteln, 3.856 Tonträger.«
Als Kaufmann Hilge nach der Wende aus dem Westen wieder in seine Geburtsstadt Dippoldiswalde heimkam, war das Liebe auf denersten Blick. Hilge: »Ich bin mit den Eltern 1953 rübergemacht. Als die Mauer fiel, erbte ich ein haus in meiner alten Heimat. Überall entdeckte ich hier Krempel aus meiner Kinderzeit. Mir war, als würde ein Engelchen meine Sammlerseele streicheln.«
Folge dieser Begegnung der dritten Art: »Ich sammelte auf, was viele Ostdeutsche nach der Wende nicht mehr wollten. Ich sammelte und sammelte und sagte mir immer: Erst mal haben! Sortiert wird hinterher.«
Die Bilanz der Leidenschaft: Mehr als 5.000 Artikel, vom Nachttopf aus dem Jahr 1951 über das Honecker-Bild bis zur Alu-Wärmeflasche. Alles fein säuberlich katalogisiert und in Hilges privatem Ost-Museum auf dem Dachboden gelagert. Der Sammler: »Gäste sind jederzeit willkommen. Eintritt nehme ich nicht.« Seine Hoffnung: »Wer weiß - wenn sie wiedermal einen »Good Bye, Lenin« drehen, könnte ich ja mit Original-Requisiten aushelfen...«

Hans Günter Hilge ist Vereinsmitglied seit März 2000.
 
BERLINER ZEITUNG (Berlin), 3.3.2001
Rettung vor dem Mülleimer
Einmal im Monat treffen sich die Sammler von DDR-Abzeichen, DDR-Suppentüten und DDR-Tapetenresten
Für manche Leute hat das Ende der DDR nicht nur wegen der Reisefreiheit und der West-Mark sein Gutes. Denn die DDR ist ein abgeschlossenes Sammelgebiet. Sie hinterließ Mitropa-Tassen, Parteiabzeichen und Suppentüten. Liebhaber solcher Dinge treffen sich einmal im Monat, um die Zeugnisse einer untergegangenen Kultur auf langen Tischen aufzuhäufen. Jeden ersten Mittwoch lädt der Verein zur Dokumentation der DDR-Alltagskultur zum Sammlertreffen ins »JoJo«, einem Klub an der Torstraße.
Ab 17 Uhr sind die Tische umstellt, vor allem von älteren Herren, die fachsimpeln. Unter anderem über Dinge wie Thälmann-Abzeichen. Die wurden damals tonnenweise hergestellt und an Kinder verteilt, die besonders fleißig Altstoffe sammelten oder sich eine besonders schöne Wandzeitung gestalteten. Wer das Abzeichen verliehen bekam, sah dies meist leidenschaftslos und verkramte die Auszeichnung anschließend irgendwo im Kinderzimmer. Allzu viel wert sind die blauen Abzeichen mit dem Ernst-Thälmann-Kopf auch heute noch nicht. Für drei West-Mark kann man sie kaufen, wenn man zum Sammlertreffen ins »JoJo« kommt. Dann kann man von Hermann Dumke (78), der die Abzeichen anbietet, auch eine Spezialität erhalten: eine Fehlprägung von 1972. Anstelle des Emblems der Pionierorganisation prangt auf dem guten Stück das Zeichen der Freien Deutschen Jugend. Der Preis für dieses seltene Exemplar: 25 Mark.
Mit Sehnsucht nach dem untergegangenen Staat habe dies alles nichts zu tun, versichern die meisten Sammler von DDR-Devotionalien. »Dies ist nichts Anderes als Briefmarkensammeln«, sagt Hermann Dumke aus Lichtenberg. »Und schließlich gibt es ja auch immer mehr Sammler aus den alten Bundesländern«, sagt er.
So stapelt sich das, was man früher als Plunder weggeworfen hätte, regelmäßig im »JoJo«: leere Trinkvollmilch-Tüten aus Plaste, Kloßmehltüten mit der werbewirksamen Aufschrift »Klöße«, alte »Troll«-Rätselhefte und Bücher zu Themen, die nie wirklich interessierten. Das Kinderbuch »Die sieben Brüder« zum Beispiel, in dem Geschichtchen über die Soldaten der sieben Länder des Warschauer Vertrages stehen.
»Irgendetwas davon wegschmeißen? Das bringe ich nicht übers Herz«, sagt Peter Marx (60) aus Friedrichshain. »Da ich weiß, wie schnell etwas weggeworfen wird, halte ich es erst mal fest.« Wer will, kann bei ihm den Sanikasten aus dem Trabi gegen irgendetwas anderes Schönes eintauschen. Der Kasten stammt aus dem Jahr 1987. Nachdem der Fahrer mit dem alten Verbandszeug in eine Polizeikontrolle geriet, trat er es an Peter Marx ab. Dieser sieht sich eher als Archivar und zeigt an den Gegenständen »kein persönliches Interesse«. Allerdings: Briefe und Postkarten aus der DDR-Zeit gibt er nicht wieder her. »Beim Sammeln dieser ganzen Sachen geht es um den Erhalt von Kulturgegenständen«, sagt der ehemalige Außenhändler. »Wenn man Emailleschilder von 1880 sammeln darf, warum dann nicht auch Sachen von 1980?« Marx sagt dies, obwohl ihm niemand einen Vorwurf gemacht hat und bemerkt: »Hätten wir noch einen Kulturbund (eine DDR-Organisation d. Red.), würden diese Sachen dort hingehören.«
Sie retten die DDR vor dem Mülleimer. Jürgen Hartwig hat damit gleich nach dem Ende des Staates angefangen. 1990 begann der ehemalige Monteur Gegenstände zu sammeln und zu katalogisieren. Er wusste, dass die meisten Dinge verschwinden würden. 1994 hat er dann den Verein zur Dokumentation der DDR-Alltagskultur gegründet. Mit Beharrlichkeit wird dort seitdem gesucht, dokumentiert und archiviert. Der Verein, der inzwischen 107 Mitglieder hat, erstellte beispielsweise eine Broschüre über Beschwerdebücher der Mitropa. Hartwig, der sogar Tapetenreste aus Abrisswohnungen mitnimmt, um sie zu katalogisieren, forscht an einem neuen Fall: »Wussten Sie, dass es 1600 verschiedene Beitrags- und Spendenmarken von 85 Organisationen gab?«
Der Verein, so steht es in seiner Satzung, hat den Zweck, »die Erforschung, Dokumentation und Darstellung der Geschichte und Alltagskultur der DDR und der neuen Bundesländer« zu fördern. Hierzu gehöre die Zusammenstellung und Auswertung einer »Sammlung von materiellen Sachzeugen (Museumsobjekten) aller Art«. Von Peter Marx hat sich Jürgen Hartwig bei diesem Sammlertreffen ein paar besondere Kulturstücken beiseite stellen lassen: Ein leeres Glas »Delikatess-Sauerkraut« und eine Dose »Tippfix« - ein Insektenvertilgungsmittel, das kein Verfallsdatum hat.
 
 

Verein zur Dokumentation der DDR-Alltagskultur e.V.


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